Kolumne
 Gaybodensee Kolumne

Hier greifen monatlich im Wechsel diejenigen zur Feder, die diese gleich ihrem Zungenschlag spitz einzusetzen wissen und schonungslos all das durchhecheln, was ihnen gerade auf der Leber brennt. Das Szenegeschehen wird zur Zielscheibe des Klatsch & Tratschs und oft ein gut gehütetes Geheimnis ganz beiläufig gelüftet. Kurzweil, Spannung und aufschlussreiche Erkenntnisse verspricht die Kolumne der Stars und Sternchen, die wir hier einzeln vorstellen.



Gaybodensee Transenparade

 

*** K O L U M N E  Juni 2019 ***



Manches ändert sich, manches nicht...



Olga Popova

es gibt Dinge, die sich nie ändern. Etwa Frau Hausmeisterin Bang Bang LaDesh und ihr strenger Blick auf die gründlichst ausgeführte Kehrwoche mit Treppenhausreinigung. Da meldet man danach jedes Mal in banger Erwartung Vollzug, wonach sie mit weißem Handschuh Ecken und Kanten zwecks Reinigungsprüfung abstreift. Wehe, auf dem weißen Handschuh findet sich ein Staubkorn oder gar ein Schmutzstriemen, dann folgt eine Putzbelehrung und folglich ein Nachsitzen mit "Nochmal!!!".
Das Erscheinen ihrer Kittelschürze im Treppenhaus lässt jeden zusammenzucken.
Auch Wally Geiers Frisur ändert sich wohl nie. Ob die blonde Farbe (noch) echt ist oder ob sie färbend nachhilft oder gar Perücke trägt - man weiß es nicht genau.
Auch Miss Understood wird immer die Missverstandene bleiben.
Deutschlands Platzierung beim Eurovision Song Contest (ESC) meist (!) im hinteren Drittel ändert sich selten. Zumindest, solange der Norddeutsche Rundfunk (NDR) die Auswahlmodi der Interpreten und Songs bestimmt. Stefan Raab hat bewiesen, dass es anders geht. Zur Erinnerung hat Lena sogar gewonnen, Sisters folgte eher der Schlusslicht-Tradition.
Die Antwort des NDR auf das miserable Abschneiden war, dass nun Arbeitskreise die Auswahlmodi neu überdenken sollen. Wenn Du nicht mehr weiter weißt, dann gründe einen Arbeitskreis - eine alte Binsenweisheit. Aber Hut ab vor Luca Hänni und der Schweiz, es war ein schöner Achtungserfolg!
Geändert hat sich das gesellschaftliche Thema: Klimaschutz statt Zuwanderung. "Fridyas for future", die freitägliche Unterbrechung des Unterrichts in unseren Schulen zwecks Demonstration für den Klimaschutz hat bewirkt, dass dieses Thema alle anderen zu dominieren scheint. Die Grünen profitierten bei den Europawahlen hiervon, während die AfD ihr Hauptthema verzweifelt weiter beschwört und zwar Gewinne, aber nur geringe verbuchen konnte. Na, dieses Europa gibt Anlass zur kontroversen Diskussion. Bundesstaat oder Staatenbund, ausgewogene demokratische Legitimation der Organe der Union, Wirtschaftsgemeinschaft oder politische Union in weiteren Bereichen. Mag man dazu stehen, wie man möchte, eine Form der Kooperation braucht es, um gegen Wirren und Irrungen in unserer Welt bestehen zu können - und sei es exemplarisch Donald Trump und seine unüberlegte, spontan inspirierte Twitter-Regierung. Manches Mal kommt mir der amtierende US-Präsident vor wie ein Einzelhändler, der Superprodukte zu Superpreisen ankündigt, ohne überhaupt schon Ware auf Lager zu haben. Blöff würden es manche nennen, manche Unredlichkeit. Hinzu kommt, dass Rußlands Präsident Putin nichts ins Blaue behauptet, wenn er etwas postuliert, hat er schon alle Strippen in der Hand. Die Mächtigen unserer Welt sind so konträr wie sie nur sein können.
Ach, Politik..., ich könnte hier weiter sinnieren. Aber wer hört schon auf die alte Popova? Sie muss sich um ihre Kunst kümmern und Johann Wolgang von Goethe, der zu allem schon etwas sagte, sprach über Kunst: "Wenn es eine Freude ist, das Gute zu genießen, ist es eine größere, das Bessere zu empfinden, und in der Kunst ist das Beste gut genug!" Das ist für mich Verpflichtung und so singe ich weiter für mein Publikum die erlesene Auswahl bester Songs. Auch das ändert sich nicht!

Euer strahlender Stern
Olga Popova


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